Wohnen im Alter. Immobilie zu groß.

Die Gründung einer Familie geht in vielen Fällen mit dem Kauf eines eigenen Hauses einher. Die Kinder wachsen unbeschwert auf und es dient als sichere Altersvorsorge. Das eigene Zuhause aufzugeben oder zu verkleinern ist oft ein großer Schritt, der nicht leichtfällig angegangen wird. Schließlich möchte man sein Haus häufig auch an seine Kinder vererben oder die Erinnerungen bewahren, die damit zusammenhängen. Vereinzelt ist man jedoch gezwungen, sein Zuhause aufzugeben und zum Kauf anzubieten, mitunter zieht man auch aus eigenem Willen in eine neue Wohnung. Gründe, das Eigenheim zu verkaufen, sind grundsätzlich verschieden. Häufig sind sie finanzieller oder beruflicher Natur, ebenso zwingen einen ein Todesfall oder eine Scheidung dazu, sich von seiner Immobilie zu trennen. Sind die Kinder lange erwachsen und gehen ihre eigenen Wege, wird das Einfamilienhaus oft zu groß. Gehört zu dem Grundstück ein Garten, ist dies mit zusätzlicher Arbeit verbunden und kann zur Belastung werden.

Hausverkauf im Seniorenalter sinnvoll

Sind die Kinder bereits lange aus dem Haus, denken viele Menschen über einen Hausverkauf nach, vor allem, wenn sie sich dem Rentenalter nähern. Auch generell überlegen viele Menschen zwischen 55 und 75, ihr Leben umzuplanen und neuzugestalten. Neben einem Umbau des Hauses bietet sich der komplette Verkauf des Eigenheims und der damit einhergehende Umzug in eine kleinere Wohnung an, notfalls mit Kredit. Banken und Kreditvermittler haben dies längst registriert und stellen daher mittlerweile auch Kunden über 70 Kredite in sechsstelliger Höhe bereit. Voraussetzung hierfür ist, dass die Bonität stimmt.

Ein Hausverkauf kann im Alter sinnvoll sein. Einerseits, um die Verantwortung des eigenen Hauses abzugeben, und andererseits, um in eine schicke Wohnung zu ziehen, die besser zu den Ansprüchen im Alter passt. Im fortgeschrittenen Alter nehmen Beschwerden zu. Im schlimmsten Fall ist man körperlich eingeschränkt, sodass nicht alles im Haus so genutzt werden kann wie zuvor, vor allem das Treppensteigen kann schwierig werden. Die Suche nach einer Wohnung im Erdgeschoss oder im Hochparterre bietet sich an. Ist der Wohnraum verkleinert, kann sich das positiv auf Alltagssituationen auswirken.

Die Nachfrage nach seniorengerechten Wohnungen ist groß. Die Personen, die 65 Jahre und älter sind, belaufen sich mit steigender Tendenz auf circa 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Das sind etwa 16 Millionen Menschen. Das Bundesbauministerium veröffentlichte einen Kommissionsbericht zum Thema „Wohnen im Alter“ und demnach bleibt im Alter jeder Zweite zu Hause wohnen anstatt in ein Heim zu ziehen. Allerdings bieten gerade einmal fünf Prozent aller Seniorenwohnungen eine altersgerechte Gestaltung.

Doch in welchen Fällen rentiert es sich, sein großes Haus gegen einen kleineren Wohnraum zu tauschen? Worauf müssen Eigentümer achten, damit die neue Wohnung die Lebensqualität steigert?

Umbau oder Neubau?

Es ist alles andere als leicht, sein vertrautes Heim und die damit verbundenen Erinnerungen hinter sich zu lassen. Lieber bleiben, das Haus umbauen oder sich für einen Neubau entscheiden? Ein baulicher Neuanfang setzt einiges voraus. Wer diesen Entschluss fasst, muss genau wissen, wie es um die eigene Gesundheit steht und welche Erwartungen gehegt werden.

Vor allem im Alter stellt sich ein Neubau häufig als stressiges Projekt heraus. Den passenden Innenausbau auszuwählen, wie Fliesen, Steckdosen und Türen, bildet nur die eine Seite. Auf der anderen Seite stoßen Bauherren im fortgeschrittenen Alter oft auf Unverständnis vonseiten der Verwandtschaft und Freunde.

Wohnungstausch – finanziell ausführbar?

Der Wohnungstausch ist verführerisch, doch nicht immer reichen die finanziellen Möglichkeiten aus. Der Kauf einer altersgerechten Wohnung hängt stark von dem Erlös der Immobilie ab, dieser genügt nicht immer. Die Mehrheit kauft sich zuerst die passende Wohnung und kümmert sich danach um den Verkauf des alten Familienhauses. Ein Wohnungsoptimierer muss genau rechnen, damit ein Umzug im Alter nicht zur Schuldenfalle wird. Dabei muss der Verkaufserlös nicht nur den Kauf einer neuen Wohnung ermöglichen. Darüber hinaus müssen die finanziellen Mittel für Pflege und Freizeitaktivitäten im Ruhestand reichen. Fehlt die Rücklage für Notfälle ist ein Immobilientausch mit Risiken verbunden. Nicht immer liegt ein Objekt in einer guten Lage, um rasch einen Käufer finden zu können. Besonders in ländlichen Regionen gibt es einen großen Wohnraumleerstand. Ist dies bei Ihnen der Fall, empfiehlt es sich, einen Makler zu kontaktieren, der den Markt besser überblickt und Sie über die Verkaufschancen unterrichten kann.

Niedrige Zinsen verleiten leicht zu einem Vertragsabschluss. Doch gerade für Rentner ist es ratsam, sich einen Überblick über die Gesamtrechnung zu verschaffen. Zwei wichtige Punkte sind hierbei zu beachten. An erster Stelle steht die Frage, ob das Familienhaus schuldenfrei ist, oder ob noch Kredite abbezahlt werden müssen. Letzteres bedingt sich mit einer vorzeitigen Ablösung des Darlehens und zieht generell eine Vorfälligkeitsentschädigung nach sich, die je nach Laufzeit bis zu 15.000 Euro beträgt. An zweiter Stelle steht die Zwischenfinanzierung. Auch diese bringt Zinsen mit sich und beläuft sich je nach Konditionen auf bis zu zwei Jahre.

Faktoren für einen erfolgreichen Wohnungstausch

Wenn Sie den Kauf einer neuen Wohnung im Alter anstreben, beachten Sie folgende Punkte:

  • Eine rechtzeitige Planung und die Festlegung der eigenen Erwartungen und Bedürfnisse sind ausschlaggebend für einen Umzug. Nur wer wirklich gewillt ist, diese Veränderung zu realisieren und auch körperlich in der Lage dazu ist, kann den Stress eines Neubaus bewältigen.
  • Den Kassenbestand ermitteln: Ein grobes Überschlagen von Einnahmen und Ausgaben ermöglicht es, einen finanziellen Spielraum einzubeziehen.
  • Den Immobilienmarkt überwachen und gezielt nach neuen Objekten bei der Gemeinde oder beim Stadtbauamt suchen. Gute Neubauten sind gefragt und in vielen Fällen bereits Wochen vor dem offiziellen Verkauf nicht mehr erhältlich.
  • Das örtliche Umfeld kontrollieren. Geschäfte sowie Arztpraxen, Apotheken und weitere Einrichtungen sind im besten Fall gut zu Fuß oder gegebenenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
  • Die ausgewählte Wohnung genau auf die Qualität hin untersuchen. Manche Wohnungen, die als altersgerecht beworben werden, sind es nicht. Achten Sie auf den Begriff „barrierefrei“, der über die DIN 18040-2 rechtlich verbindlich ist. Vereinbarungen im notariellen Kaufvertrag sind ausschlaggebend. Eine seniorengerechte Wohnung verfügt idealerweise über folgende Ausstattungen: barrierefreier Zugang via Aufzug zu allen Stockwerken, hierzu zählt auch der Keller; die Bewegungsfreiheit im Bad ist auch mit Rollstuhl oder Gehhilfe garantiert; eine höhere Toilettensitzhöhe von 44cm und breitere Türen und Durchgänge von mindestens 90cm für Rollstuhl und Rollator; eine ebenerdige Dusche mit barrierefreiem Zugang für einen Rollstuhl und ebenso einen ebenerdigen Zugang zum Balkon oder zur Terrasse.
  • Besondere Wünsche und Vorstellungen bestimmen und mögliche Zusatzkosten hierfür einkalkulieren. Darunter fallen unter anderem der Bodenbelag, die Steckdosenanzahl und ein Wasseranschluss oder Sonnenschutz auf der Terrasse.
  • Angewohnheiten mit einrechnen, beispielsweise getrennte Schlafzimmer oder die Wahl einer offenen oder abgetrennten Küche.
  • Die Finanzierung sichern. Unter Umständen lohnt sich der Vergleich der Angebote von Hausbank und Drittbank. Die Zwischenfinanzierung mit einem guten Zinssatz vereinbaren, besonders bei Altimmobilien mit Restschuld. Dabei die monatliche Gesamtbelastung für die Laufzeit von zwei Jahren zwischen Kauf und Verkauf einschätzen. Beachten Sie mögliche Unterschiede: Ist ein günstiger Zins mit einer Alleinvermarktungsvollmacht der finanzierenden Bank verbunden, macht es sich bezahlt weitere Angebote einzuholen. Verkäufern steht die Wahl des Immobilienmaklers frei, der ihre Immobilie verkauft.
  • Die Zeitspanne bedenken. Nicht mehr als zwei Jahre vergehen bestenfalls nach dem Kauf eines neuen Zuhauses für den Verkauf der alten Immobilie.

Unterstützung beim Umbau

Das Haus zu verkaufen und in eine neue Wohnung zu ziehen, ist nicht immer von Vorteil. Eigentümer können stattdessen ihr bisheriges Zuhause seniorengerecht umbauen lassen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellt zinsgünstige Darlehen zur Verfügung, um Ihr Zuhause „barrierefrei“ anzupassen. Die Finanzierung umfasst unter anderem den Umbau von Badezimmern, den Einbau von Treppenliften sowie Rampen und die Neugestaltung von Wohnungszugängen und Außenbereichen. Die KfW legt eigene Modernisierungsmaßnahmen fest, was und wie erneuert werden darf. Die Nachfrage steigt: Die Zahl der bewilligten Kreditanträge hat sich innerhalb von drei Jahren auf fast das Dreifache vergrößert. Im Jahr 2011 stellte die KfW insgesamt 435 Millionen Euro für altersgerechte Umbaumaßnahmen bereit.

Möchten Sie in Ihrem eigenen Zuhause bleiben, besteht die Möglichkeit, Leistungen zu buchen, die Ihnen im Alter weiterhelfen können. Dies reicht von Essen auf Rädern bis hin zur mobilen Pflegekraft. Die Suche nach dem Stichwort „betreutes Wohnen zu Hause“ stellt Interessierten weiterführende Informationen bereit. Zusätzlich gibt es häufig Nachbarschaftshilfen, Seniorennetzwerke und -genossenschaften. Die Angebote variieren je nach Region.

Wenn ein altersgerechter Umbau für Sie nicht in Betracht kommt und Sie Ihre Immobilie verkaufen möchten, setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Wir unterstützen Sie beim Verkauf Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung.

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